32/4/14 (Reichsthing) Berichte und Dokumente zur Lage des Reiches

Aus Trigardon
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Inhaltsverzeichnis

Bericht der Gräfin von Flutland im Frühjahr 32 n. K.

Das Haus Crul

Mein innig geliebter Oheim und allseits verehrter Häuptling Drebick Ystyarson Crul ist zum Jahreswechsel friedlich in Riadugoras Armen eingeschlafen. Zum Fest der Freundschaft dieses Jahres soll er vor aller Augen dem Feuer übergeben werden, bis dahin wird sein Leichnam einbalsamiert aufgebahrt und darf von allen Pilgern unter der Götter Augen besucht werden, wozu ich insbesondere den Grafen von Arbon einlade. Die Sippenoberhäupter, Kriegsherren und Schamanen wissen von meinem Erbanspruch und werden diesem bald zustimmen.

Kreiszug

Die Orks wurden vor einem Jahr unter Trogans Kommando besiegt und haben sich seit dem nirgendwo mehr sammeln können. Es zeigte sich, dass ein Schwarzer Cirkater die Oberherrschaft über sie ausübte. Dieser gebot über mächtige Zauberkräfte, die er für unnatürliches Tun nutzte, mit dem Zweck, Orken und Elben gar scheußlich zu kreuzen und mit dem Blut fremden Lebens zu hexen. Auch versuchte er stets, die Krieger gegen den Erzkanzler aufzuhetzen. Durch einen Fehler, den er beging, wurde uns sein wahrer Name bekannt, mithilfe dessen wir ihn besiegen konnten. Sein wahrer Name gibt uns zu denken: Natabori anh Rhack. Dass es sich dabei um den wahren Namen seiner Seele vor den Göttern handelte, ist bewiesen, da unsere Macht über diesen Namen seine Macht brach. Was aber verrät uns dieser Name? Natabori ist ein Anagramm von Riabotan und es ist ausgeschlossen, dass eine trigardonische Mutter ihrem Kind einen derart blasphemischen Namen gibt. Also muss der Name von einer ketzerischen Taufgemeinschaft stammen, was die Schwarzen Cirkater natürlich sind. Was aber verrät es uns, wenn der Zusatz anh Rhack ein Teil seines wahren Namens vor den Göttern ist? Der Stammbaum des Hauses Rhack legt kein männliches Familienmitglied dieses Alters Nahe, von dem wir nicht wüßten. Also muss er im Geheimen adoptiert worden sein. Eine Adoption ist aber vor den Göttern nur gültig durch das Sippenoberhaupt. Nun bleiben also in den letzten 32 Jahren nur drei Oberhäupter des Hauses Rhack: Ardor, Karoman der Zweite seines Namens und Ardor der Zweite seines Namens. Bei allen dreien ist es ausgeschlossen, dass sie solchen Fluch über ihr Haus gebracht hätten, zumindest vor dem Debakel von Harnac. Nun ist aber Ardor II. dort gefallen und damit das letzte Sippenoberhaupt des Hauses Rhack mit legitimem Erbanspruch. Ein Wiedergänger aber kann nicht vor den Göttern ein Sippenoberhaupt sein, folglich auch keinen Natabori adoptieren. Wir stehen also vor einem Rätsel. Leider konnte er nicht lebendig gefangen genommen werden.

Der sog. Wwestport

Es gibt viele neue Freisassen aus vielen Landen Riaplots, so dass Evörrshaven und Jardoheim gewachsen sind und die Wälder zunehmend Acker- und Weideland weichen. Ich beabsichtige, ein Kloster in Jardoheim zu stiften und eine Pilgerstraße von Nordern nach Jardoheim anzulegen, benötige dafür aber noch Vollmacht, mit den Burgunden, Bretonen und Grenzbrückern darüber verhandeln zu lassen. Die Graburne meines Vaters Aribor ist die erste Reliquie dieser Stiftung, und sie wird von Zeit zu Zeit von der Graburne Drebicks besucht werden. Auch würde ich mich freuen, die Überreste des Jurek anh Rhack so behandelt zu wissen.

Einkünfte

Im Großen und Ganzen hat sich in den letzten drei Jahren wenig verändert, nur sind meine Ausgaben durch den Kreiszug beachtlich gestiegen. Nach den katastrophalen Jahren 25 bis 28 n. K. folgten die drei mäßig einträglichen Jahre 29, 30 und 31. Nach wie vor muss eine nicht geringe Zahl meiner Stammeskinder in den harten Monden das Längstal hinabwandern und sich als Tagelöhner verdingen, doch diese Zahl sinkt und ich bin zuversichtlich, mit dem Grafen von Arbon eine beide Seiten zufriedenstellene Abgabenregelung über diese meine Kinder zu finden. Im vergangenen Jahr hatten wir zum ersten mal eine Reisernte, die in ihrer Menge die der Aussaht übertraf. Mir wurde versichert, die Götter würden es in wenigen Jahren lohnen, ihn weiterhin zu sähen.

Streitkräfte

Die Anzahl meiner schwer bewaffneten Kriegsherren wächst langsam, die Streiter des Kreiszuges kehren langsam heim und einen kurzen, entschlossenen Krieg kann ich jederzeit bezahlen.

Bericht des Grafen von Arbon im Frühjahr 32 n. K.

Streitkräfte und Einkünfte

Die letzten beiden Jahre waren zwar keine guten Erntejahre, aber die Ausfälle konnten verkraftet werden. Nach wie vor können die arbonischen Kornspeicher das ganze Kernland versorgen, sollte dies nötig sein. In allen anderen Bereichen kam es zu den üblichen geringen Veränderungen, die aber ohne große Auswirkungen bleiben. Die Schätzungen über die Schatzkammern der Tempel, Klöster und Barone besagen, dass sehr viel Geld ausgegeben wurde. Die gräflichen Schatzkammern sind solide und im Jahr 31 n. K. kaum geschrumpft. Die Zahl und Kampfkraft meiner Bewaffneten ist nicht wesentlich verändert, die Grenze zu Anrea nicht unruhiger als sonst auch. Es mußten nicht mehr Freie zu den Waffen gerufen werden, als zum Erhalt der Kriegertugend ohnehin üblich ist. Zwei Haufen der besten arbonischen Soldknechte meuterten im Herbst und befinden sich in offener Rebellion. Die Waffenknechte und ihre Anführer sind vom legitimen Thronanspruch Ardors II. überzeugt und werfen der Erzkanzlei und allen, die zu ihr Loyal stehen, Verrat vor. Sie sehen in den Machenschaften der Schwarzen Cirkater, der Riasinaten und der Erzkanzlei eine Verschwörung von Ketzern, die sich gegen die von den Göttern gewollte Ordnung erheben wollen. Den ersten dieser Kriegsknechtshaufen, das Regiment Hochfürst Ardor, hielt man im Harnac-Feldzug für verloren. Es kehrte aber diesen Herbst nach Trigardon zurück, besetzte den Stammsitz des Hauses Rhack, Burg Bärenfels und brachte die Burgbesatzung großteils dazu, ebenfalls zu meutern. In der Burg befinden sich meine gräflichen Waffenkammern, sowie umfangreiche Vorräte, die jetzt in der Hand der Rebellen sind. Natürlich ist die Burg durch meine Bewaffneten von der Aussenwelt abgeschnitten, soweit das Gebirge dies zulässt. Ich war jedoch weder willens noch mächtig, die Bärenfels im Winter anzugreifen. Und auch für den Sommer schätze ich die Lage so ein, dass man für einen Sturmangriff das zehnfache an Waffenträgern bräuchte, als die Mauern verteidigen und es die Hälfte der Angreifer das Leben kosten würde. Dieses Opfer zu bringen bin ich nicht bereit. Auch befinden sich edle Geiseln in der Burg, denn in Friedenszeiten war sie ein Pilgerort und man konnte die verstorbenen Wächter Siebenstreichs und die verstorbenen Angehörigen des Fürstenhauses dort aufsuchen. So sind als Geiseln eine gewisse Anzahl von Schwestern der Grabflamme des Heiligen Karoman sowie andere wichtige Geistliche in den Festungsmauern gefangen und die von ihnen bewachten Reliquien ebenso. Das Kommando über die Bärenfels hat jetzt der Anführer des Regiments Hochfürst Ardor, Herr Ephraym anh Dorec.

Der Fall des Herrn Ephraym anh Dorec

Er ist ein erfahrener Ordensritter meines Ordens und auch früher schon treuer Gefolgsmann Ardors II. gewesen. Er ist mit den Festungsanlagen ebenso gut vertraut wie ich selbst und hat, wie mir einer meiner Vasallen berichtete, mit seiner Kriegerschaar die fünf Jahre in Harnac überlebt, indem er eine kleine Ruine von Burg verteidigt hat. Herr Ephraym wird Burg Bärenfels also durchaus zu verteidigen wissen. Mein Vasall Syreano von Portocalia berichtete mir, wie das Regiment Hochfürst Ardor in der 9. Sina des letzten Jahres an der Grenze von Flutland und Dunkelwald nach einem Vogelfreien mit dem Namen Mavis Meginhardt anh Garesch, Sohn der Irdis, suchten, um Beweise für die Verschwörung der Zauberkundigen gegen den Thron zu finden. Ich bitte das Arkane Kommissariat und den Grafen von Dunkelwald, genaueres von diesem Fall zu berichten. Hier trafen sie auf unseren letzten Dan, den ehrwürdigen Bruder Beretryl, der ein Cirkater meines Ordens war. Aufgrund unterschiedlicher Ansichten hinsichtlich des Thronanspruchs Ardors II. duellierten sich Herr Ephraym und der erhwürdige Bruder Beretryl, letzterer kam dabei ums Leben. Die Gefährtin des Dan spielte daraufhin meinem Vasallen ein Geheimdokument zu, allerdings unter Kenntnisnahme des Herrn Ephraym. Bei dem Dokument handelt es sich um einen Bericht über die Machenschaften des Bösen, angefertigt von Adrian, dem ehemaligen Hohepriester des Riason und Miramasiel, dem amtierenden Hohepriester der Riaranjoscha. Beide sind übrigens keine Sina später von Unbekannten entführt worden und von ihrem Verbleib fehlt bis heute jede Spur. Der Dan hatte den Bericht wohl aus den Händen Miramasiels bekommen, einigen Mitgliedern des Hohen Rates liegt er seit seiner Verfassung vor. Eine Abschrift für jeden Ratsherren liegt diesem Bericht bei. Desweiteren wurde meinem Vasallen von der gleichen Person eine der Siebengöttlichen Tränen überreicht. Sie erzählte, sie habe sie von einer geheimnisvollen Frau im Walde bekommen, die eine höchst bemerkenswerte Geschichte dazu erzählte, bemerkenswert, weil sie Aufschluß über die Schwarzen Cirkater geben kann. Ich habe diese Geschichte aufschreiben lassen und sie liegt ebenfalls bei.

Den Bericht über das Haus Rhack, genaugenommen über Ardor II., überlasse ich den Vertretern der Zauberkundigen und der Geistlichen.


Bericht des geistlichen Gesandten im Frühjahr 32 n. K.

Einkünfte

Die Tempelspenden sind im Kernland kontinuierlich angestiegen, wie auch schon in den letzten vier Jahren. Das Gros der Einkünfte entfällt dabei auf die Klöster der Riasina und des Riason und die Hochtempel des Riasion und des Riamodan. Die Klöster der Riadugora und der Riasina haben weniger Opium und andere Rauschmittel verkauft, als im Jahr zuvor, sämtliche anderen Handelsgüter der Klöster und Tempel erfreuten sich steigender Beliebtheit in Ver- und Ankauf, wie immer spielte dabei Papier die wichtigste Rolle.

Geburten, Bestattungen, Hochzeiten und Glaubensbekenntnisse

In Altberg gab es weniger Geburten und weniger Bekenntnisse zum Siebenfaltigen Glauben, als im Jahr zuvor. In Arbon gab es mehr Geburten und ebensoviele Hochzeiten wie im Jahr zuvor, in Flutland weniger Geburten aber mehr Hochzeiten als letztes Jahr. In Dunkelwald sind Hochzeiten und Geburten in ihrer Zahl kaum unterschiedlich als vorher. Im gesamten Kernland sind mehr Menschen gestorben, als im Jahr zuvor, was wohl am harten Winter des letzten Jahres liegt. In Yddland erfreuen sich unsere Geistlichen großer Beliebtheit, was sich aber nicht in mehr Bekenntnissen zum Riacommon ausgewirkt hat. In der Ostprovinz ist die Zahl der neuen Bekenntnisse zum Riacommon gefallen, was aber daran liegt, dass die von Theodus begonnene Politik der Zwangsbekehrung aufgegeben wurde, wofür die dortigen Geistlichen sehr dankber sind, haben sie doch nun die Möglichkeit, ihren Pflichten nachzukommen, ohne ständig von Waffenträgern begleitet zu werden. Im Wwestport ist die Zahl derer, die die Sieben beleidigen, so klein geworden, dass man sie in ihren Löchern nicht recht zählen kann.

Zu dem Problem des Wiedergängers

der den Thron will, soll gesagt werden, dass die Götter uns schon am Fest der Freundschaft im Jahre 28 n. K., also vor vier Jahren, gewarnt haben, dass die Totenruhe des damaligen Grafen von Arbon nicht sehr sicher sei. Als Theodus von Norvenja Gastgeber des Danturniers war, empfing fast die hälfte der Gäste von Riadugora einen Traum mit einer alten Überlieferung, in welcher der Heilige Danason auf seinem Krankenbett vom Tode seines Vetters Gismund hört. Gefolgt wurde dieses Traumbild von einem anderen, in dem eine fürchterliche Daimonengestalt Ardor II. in Ketten der Sklaverei legte. Erst im Jahr darauf wurde der Leichnam Ardors II. von den Schwarzen Cirkatern geraubt. Wieder am Fest der Freundschaft, im Jahre 29 n. K., also kurz nach seiner Bestattung, erschien der Geist Jureks des Löwen und warnte uns vor den Mächten des Bösen. Eine Schrift der Worte der Warnung, die er sprach, findet sich am Ende dieses Berichtes. Nur kurz zuvor war Ardor II. in Norvenja im Krieg gegen die Diener des Bösen gesehen worden, auf der Seite des Bösen. Herr Algonkin wird davon mehr erzählen können. Alle diese Dinge sind sehr aufschlußreich, verraten sie doch die Namen von zweien unserer geisterhaften Widersacher. Der Name der einen Gestalt, welche die schrecklichere zu sein scheint und über die wir weniger wissen, lautet Tensan. Über die andere Gestalt, die den Namen Gorn trägt, sollten uns hoffentlich einige Riasinaten Auskunft geben können, wie der sogenannte Inquisitionsbericht und ein Zeugenbericht eines gewissen Bruder Elgor von der Bruderschaft des Heiligen Danason, den ich hier beilege, beweisen. Auch ist leider keineswegs erklärt, warum die Schwarzen Cirkater überhaupt einen Leichnam vorfinden konnten. Zum Zeitpunkt der ersten Warnung der Götter war Ardor II. schon seit über zwei Jahren tot, unbestattet und unverwest. Ich frage das Arkane Kommissariat warum dies so war.

Zu den Schwarzen Cirkatern

sei gesagt, dass es sich selbstredent um eine blasphemische Taufgemeinschaft handelt. Einer aus diesem Kreise war nach Angaben Adrians Sairan anh Argaine, der ehemalige Baron von Argaine und Schreibkanzler derer anh Rhack. Er wurde leider unmittelbar nach dem Tode Ardors II. ermordet. Bei zwei verschiedenen Gelegenheiten wurden zwei weitere Angehörige dieses Kreises getötet, ohne dass sie verhört werden konnten: Zuerst im Jahr 27 n. K. beim Fest der Freundschaft in Altberg, als dem damaligen Dan Ardan anh Ardanshof eine der Siebengöttlichen Tränen zugespielt wurde. Das zweite Mal im letzten Jahr während des Kreiszuges. Der Bericht der Gräfin von Flutland berichtet davon, was es darüber zu sagen gibt. Seit dem Fest der Freundschaft 27 n. K. ist das auffälligste Tun der Schwarzen Cirkater, abgelegene Siedlungen und Gehöfte, sowie einsame Reisende zu überfallen und auf grauenerregende Weise zu morden. Auch brachten sie eine nicht näher bestimmbare Zahl von Menschtieren ins Land, die sie ebenfalls dafür zu nutzen zu verstehen, Angst und Schrecken zu verbreiten. Sie haben zweifellos Erfolg mit ihrer Taktik. Es sei jedoch klar gesagt, dass niemals mehr als ein Dutzend schwarz Bemaskter auf ein mal gesehen wurde und diese Zahl im Verbund mit vielleicht drei mal so vielen Handlangern und ebenso vielen Tiermenschen völlig ausreicht, die Taten zu begehen, die begangen worden sind. Auf keinen Fall sollte ihre Zahl oder Waffenstärke überschätzt werden. Einige vereinzelte Schriftstücke, in denen sie Handlangern Befehle schicken, vielen dem Baron von Arden im Jahr 29 n. K. in die Hände, Abschriften sind Beigelegt. Da die Geistlichen Trigardons leider nicht über die nötige Rechtsbefugnis und nicht den nötigen Grad der Organisation verfügen, um systematische Ermittlungen durchzuführen, basieren unsere Erkenntnisse auf wenig mehr als sporadischen Erfolgen im Kampf gegen die Diener des Bösen. Dass wir trotzdem überhaupt über Erkenntnisse verfügen, ist allein mutiger und aufmerksamer Beobachtung von Einzelpersonen zu verdanken.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass Tengyl kein Cirkater ist.


Bericht des Arkanen Kommissariats im Frühjahr 32 n. K.

Magische Verbrechen

In den letzten Jahren konnte die Verbrechensrate durch Gebrauch von Scharlatanerie, Schamanismus, Geistbeherrschung und Vorteilsnahme durch allgemeine Anwendung von Magie minimiert werden, so dass nur noch vereinzelte Akte verzeichnet werden. Der Grund hierfür findet sich in der ausgegebenen Strategie der unnachgiebigen Härte in Form von irreversibler Bestafung. Magische Tötungen konnten nur in wenigen Fällen verzeichnet werden, die meisten wurden jedoch durch Ermittler des Arkanen Kommissariats in Ausübung ihrer Pflicht verübt. Rund 90 von 100 arkanen Missständen kamen durch Reisende zustande, die sich in Unkenntnis der Statuten hinsichtlich des Gebrauchs arkaner Kräfte befanden. Nach Aufklärung, Ermittlung und Anklageerhebung, die nicht selten mit der der Zahlung eines Obulus abgegolten werden konnten, wurde man weniger Kreaturen als Wurzel des Übels gewahr, die nahezu vollständig vom Angesicht RiaPlots in Folge von Uneinsichtigkeit und Aggresivität gegenüber der Mitarbeiter des Arkanen Kommissariats getilgt wurden. Beunruhigender Weise warteten einige der Deliquenten mit immensem Wissen um die schwarze Kunst, speziell den als Kampf- und Beherrschungs- und Herbeirufungsmagie bekannten Bereichen, auf. Einigen Personen gelang die Flucht ins Ausland.

Der Arkane Schild

Seit dem kurzen Einbruch der Wirkung des Schilds zum Fest der Freundschaft ist der Arkane Schild stabil und trägt nachhaltig zur Sicherung des Kernlands bei. Darüber hinaus wird überaus eifrig an der Erweiterung der Schildmatrix geforscht, um möglicherweise auch Personen oder ganze Magiegattungen in den Zauberbann zu schlagen. Hierdurch könnten bestimmte Rituale unterbunden oder gar bestimmte Arten und Auren verschiedener magischer Wesen nachhaltig sanktioniert werden. Weiterhin sind Versuche zur Errichtung mobiler Arkaner Schilde zur Zufriedenheit des Kommissariats verlaufen. In Ermangelung dringend notweniger Komponenten, welche bisher nicht substituiert werden konnten, war es bisher nur möglich einen mobilen Schild mit ausreichender, wenngleich im Vergleich zum Arkanen Schild Trigardons geringer Reichweite zu schaffen. Der Schild kommt zumeist bei Auslandsreisen des Kanzlers zum Einsatz und verbleibt sonst zur Aufladung und Forschungszwecken im Arkanen Kommissariat, Hauptsitz Dunkelwald.

Einrichtung von Sonderrechtszonen

Durch die stetigen Annektierungen von Besitzungen in den Mittellanden erachtet das Arkane Kommissariat es für dringend notwendig zum Schutz von Volk und Adel einige Bereiche als Sonderrechtszonen und Sperrgebiete zu betitulieren. Aktuell gibt es eine, wenngleich bisher nicht derartig benannte, Sonderrechtszone im Hochfürstentum: Den “magische Zirkel” im Dunkelwald, in welchem sich das Zentrum des Arkanen Schilds befindet und betrieben wird. Das Arkane Kommissariat erwartet, dass verschiedene ländliche Bereiche allein von den Mitgliedern des Kommissariats verwaltet werden, um unbürokratisch Schaden durch magische Pluralitäten abwenden zu können und weitere Forschungen durchführen zu können. Sicherlich ist es manchem Grafen ein Graus, wenn ein Magier über Teile seiner Besitzungen verfügt, dennoch sei dringend darauf aufmerksam gemacht, dass das Betreten von Orten, wie der Baronie Wotanei höchste Gefahr für Leib und Leben der Trigardonier und der Reisenden birgt. Details zu diesen Orten, speziell der Baronie Wotanei wird der Arkankommissar auf der Sitzung des Hohen Rates bekannt geben.

Die Zukunft der Magischen Zunft in Trigardon

In diesem Zusammenhang müssen einige beklagenswerte Mitteilungen gemacht werden, was die Zukuft der magischen Zunft in Trigardon betrifft. Seit der Einrichtung des Kommissariats ist die starke Tendenz der Ablehnung von Magiern bei Bevölkerung und dem Adel zu vernehmen. In den letzten Jahren wurden immer weniger erfrischte Geister entdeckt, die sich der Kunst der Magie widmen können oder wollen. Zum einen liegt es wohl in der Tatsache begründet, dass die Adelshäuser sich kaum mehr Hofmagier an ihrer Seite leisten, geschweige denn möglicherweise begabte Sprößlinge dem Kommissariat anvertrauen und diese statt dessen zum Priester weihen oder zum Krieger ausbilden zu lassen. Das ungute Gefühl mehrt sich, dass es als “unfein” oder gar “verwerflich” gilt, magisch begabt zu sein und eine fundierte Ausbildung zu erhalten. Zum anderen mangelt es dem Kommissariat ob seiner vergleichweise kleinen Besetzung, an Talentsuchern, die durch die Lande reisen, um magisch begabte Kinder zu finden sowie an Kooperationen zu anderen Akademien und Stätten der Forschung, um diese Lücken zu schließen. Kurz: Das Kommissariat ist ernsthaft in Sorge um gut geschulten Nachwuchs. Die Aufgabe junge Kreaturen zu finden, die den Weg der Magie beschreiten wollen, war immer die des Klosters der RiaSina und der Schule der RiaSinaten, welche aber, ob stetigem Druck und möglicherweise übler Nachrede von Seiten der Reichskirche, vordringlich ihre Belange im Kernland zu verteidigen hat und somit in diesem Punkt zur Handlungsunfähigkeit verdammt ist. Daher möge der Hohe Rat beschließen, dem Arkanen Kommissariat als Institution einen weiteren Aufgabenbereich zuzuteilen und der Eröffnung der klassischen Magierakademie, der “Akademia Magica Trigardonis” unter der Leitung des Gremium Honoris, des Rats der Arkanen Ermittler und dem trigardonischen Großmeistern Per Friedhelm Zauberfichte Baum, zustimmen und die notwendigen Geldmittel bereitzustellen. Der Kanzler Trigardons und ebenfalls Großmeister Phorphorus ahn Dunkelwald soll hier beratende Funktion einnehmen, da er mehr Staatsmann und als Vorsteher des Tempels des RiaSion mehr geistliche und politische Pflichten, als magische Forschung tut.

Die Tränen der Sieben

Wie unlängst bekannt wurde, sind die Gerüchte um die Tränen der Sieben offensichtlich wahr. Dem Arkanen Kommissariat liegen keinerlei verifizierte Informationen darüber vor. Daher wird dringend Auskunft über den Verbleib dieser Artefakte und Übergabe an das Kommissariat zwecks magischer Analyse und Freischaltung innerhalb des Arkanen Schilds eingefordert.

Personalien

Magistra Zeonee Kerwas wurde aufgrund ihrer Aktivitäten bei der Befriedung des Wwestports zur Arkanen Ermittlerin des Wwestports ernannt. Kerwas ist keine gebürtige Trigardoniern – diese Tatsache ist und war dem Kommissariat bekannt und wird vor dem Hohen Rat jederzeit begründet werden, wenngleich nicht rückgängig gemacht werden.

Aburteilungen in eigener Sache

Adept Erlan wurden aufgrund von Vorteilsnahme, Amtsmissbrauch und Weitergabe von internen Informationen zum Tod durch Steinwerdung verurteilt. Mavis Meginhardt wurde aus dem Kommissariat nicht bekannten Gründen von seinen Aufgaben aufgrund einer Weisung der Reichsführung entbunden.

Ador II.

Wir erinnern uns mit Schmerz an den Feldzug, der als Harnac Massaker in die Chroniken eingegangen ist. Auf besagtem Feldzug kamen etliche trigardonische Streiter zu Tode und ebenso die hohen Herren des Hauses ahn Rack. Aufgrund der Beschaffenheit des Landes wurden die toten Körper mit dem reversiblen magischen Wirken der Steinwerdung belegt, um dem Feind nicht die Möglichkeit zu geben die Leichen zu erheben und gegen ihre eigenen Mannen zu senden oder diese als Machtfaktor zwecks Demoralisierung der Truppen zu nutzen. Eine spätere Bestattung zu einem nicht konkret festgelegten Zeitpunkt sollte durchgeführt werden. Die Körper wurden auf Weisung der Reichsführung und der Edelen Trigardons insgeheim mit Ende des Feldzugs in das Arkane Kommissariat transportiert und dort sicher gestellt sowie Analysen unterzogen, dass keine weitere Necromantische Kraft nachträglich von den Körpern Besitz ergreifen konnte. Sorgsam und sicher wurden die Körper mit der Kennzeichnung TRI-AK-XV-IV lange Zeit verwahrt bis zum Angriff während des Festes der Freundschaft vor drei Jahren. Ziel der Angreifer war die Zerstörung des Arkanen Schilds und die Bergung des Corpus Saxum von Ardor II. Letzteres konnte trotz massiver magischer Gegenwehr nicht verhindert werden, da sich die Mitarbeiter des Kommissariats zuerst um den Fortbestand des Arkanen Schilds zu bekümmern hatten. Das Arkanen Kommissariat, welches ad primo keine militärische Einheit bildet, zahlte einen hohen Blutzoll für die Verteidigung des Schilds. Das Kommissariat übernimmt keinerlei politische Verantwortung für die Nicht-Bestattung von Ador II., da zur Auslieferung keinerlei Weisung der Fürhung oder des Hohen Rates eingegangen ist und davon ausgegangen wurde, dass die Hohen und Edelen des Reiches um den Verwahrungsort der Leiche wußten und diese jederzeit hätten einfordern können.

Es folgen die Abschriften jener Dokumente

von denen die Ratsherren wünschen, sie beizufügen, in der Reihenfolge, wie sie in den Berichten genannt werden. Diese Reihenfolge erscheint wie folgt:

Eine Abschrift des so genannten Inquisitionsberichts, der dem Vasallen des Grafen von Arbon beim Zusammentreffen mit dem Regiment Hochfürst Ardor zugespielt wurde und den der Graf von Arbon dem Hohen Rate zugänglich gemacht wissen will.

Die Geschichte von zwei der Siebengöttlichen Tränen, wie sie dem gleichen Vasallen des Grafen von Arbon bei der gleichen Gelegenheit und von der gleichen Person erzählt worden ist, welche dieser Person wiederrum von der Hüterin dieser Träne erzählt wurde. Aufgeschrieben von den Schreibern des Grafen von Arbon, denen diese Geschichte auf Verlangen und unter Eid ebenfalls berichtet wurde. Die Schreiber haben dabei Wert darauf gelegt, die Geschichte möglichst in der Weise wieder zu geben, in der sie ursprünglich erzählt wurde, auch wenn sicherlich einige Details verloren gingen und andere Details durch die Form der Wiedergabe erst entstanden sind.

Die Worte, die der Geist des Jurek anh Rhack nach seiner Bestattung beim Fest der Freundschaft 29 n. K. zu seinen Urnenträgern sprach. Aufgeschrieben von einem höchst ehrwürdigen Geistlichen und bestätigt von adeligen Zeugen, die alle selbst zugegen gewesen sind. Diese Worte will der Gesandte der Geistlichen dem Hohen Rate zugänglich gemacht wissen.

Eine Abschrift kurzer brieflicher Befehle und Erläuterungen, vermutlich aus der Feder eines sogenannten Schwarzen Cirkaters und gerichtet an einen seiner Handlanger, wie sie abgefangen und den Kadavern erschlagener Orken entrungen worden sind, hernach dem dortigen Grundherren Baron Curgan anh Woronesch übergeben. Dies will der Gesandte der Geistlichen dem Hohen Rate zugänglich gemacht wissen.

Die Abschrift eines Briefes an die Meister der Bruderschaft des Heiligen Danason, in welchem ihr Gefolgsmann vom Tode des damaligen Hohepriesters der Riasina berichtet und welchen der Gesandte der Geistlichen wegen der dort beschriebenen höchst sonderbaren Ereignisse dem Hohen Rate vorlegen will.

Die Abschrift des Jahresberichtes des Arkanen Kommisariats 27 n. K., welche der Hohe Arkane Kommissar dem Hohen Rat vorlegen will.



Erster Inquisitionsbericht des Heiligen Konzils der Siebenfaltigkeit

Zusammengetragen bis zum 14. Sion der 7. Sina 27 n. Karoman Gereicht zum Fest der Freundschaft 27 n. Karoman In Wahrheit und Wissen zur Gerechtigkeit Geleit

In den sechs Jahren seit seiner Gründung hat das Heilige Konzil der Siebenfaltigkeit es geschafft, drei der sechs Klöster und den Hochtempel des Riamodan unter einem gemeinsamen Dach des Glaubens zu versammeln. Der baldige Eintritt des Heiligen Klosters der Vier Winde des Himmels im Namen der Riadugora gilt als sicher, doch die Mächtigen des Reiches wünschen, ohne Kritik im Namen der Götter des Himmels sprechen zu dürfen, so dass ein Beitritt der Klöster und Tempel des Riasion und der Riasina leider allein von der Staatsräson abhängt. Der Grund für die Geheimhaltung dieses Schriftstückes muss daher nicht allein in der Wirkungsmacht unseres Kampfes liegen, sondern eben auch in der Staatsräson. Dies ist keine Häresie, sondern traurige Notwendigkeit in bitterer Zeit.

Kapitel 1: Von den Provinzen

Stammesgrafschaft Arbon

Seit der Rebellion des Uwe von Altberg im Jahr 22 n. K. und der daraus resultierenden Kebelverträge zwischen dem von Dunkelelfen und Unterirdischen durchsetzten Orden der Votanisten und dem Grafen und Herzog Ardor anh Rhack II. hatte Arbon unter dem direkten Einfluss des Chaos zu leiden.

Durch den Halbbruder des Ardor anh Rhack II., Jurek anh Rhack, kam eine weitere Gruppe von Dunkelelfen ins Land, der so genannte Orden der Untergehenden Sonne.

Erstere Dunkelelfenhorde wurde nach dem Sturz von Hochfürst Karoman anh Rhack II. im Jahreswechsel 23/24 n. K. vom Grafen und Herzog Ardor anh Rhack II. vertrieben, der Orden der Votanisten floh in die Grafschaft Dunkelwald, wo ihr Ordensherr Lord Skelter sich noch heute „Baron der Wotanei“ nennt. Eine Stellungnahme des Markgrafen Philonius Phadrack anh Ria steht noch aus.

Letztere Dunkelelfenhorde kämpfte unter der Führung eines gewissen Jaril beim Hochfürstenputsch auf Seiten des Dunkelwaldes und wurde danach nicht wieder gesehen.

Im südlichen Längstal des Arbo ist ein moralischer Verfall im Landadel zu beobachten. Christianisierungsfreundliche Äußerungen wurden in den Einflusssphären der Häuser anh Arden und anh Garesch wahrgenommen.

Der Scriptor des Grafen und Herzogs Ardor anh Rhack II. und Ziehvater des Jurek anh Rhack, Baron Sairan anh Argaine arbeitete mit einer Botanverehrenden Sekte zusammen. Am Todestag des Grafen und Herzogs Ardor anh Rhack II., dem 13. Sion der 7. Sina 26 n. K., wurde er von Augenzeugen bei der Kontaktaufnahme mit einem Mitverschwörer männlichen Geschlechtes unter Zurhilfenahme schwarzer Magie beobachtet und der Göttin der Vergebung zugeführt.

Stammesgrafschaft Flutland

In der Grafschaft Flutland kommt es schon seit dem letzten Großen Stammeskrieg zu ungewöhnlichen Überfällen wilder Wölfe. Der Verdacht auf Lykantrophie konnte bislang weder bestätigt noch verworfen werden, ein Zusammenhang zur Sippe der „Wölfe“, die für den Mord an Hochfürst Ardor anh Rhack verantwortlich waren, muss vermutet werden.

Zweiglandgrafschaft Dunkelwald

Siehe Kapitel 1 / Abschnitt Arbon, Kapitel 2 / Abschnitt Riasinaten, Kapitel 3 / Abschnitt Gorn, Kapitel 4 / Abschnitt Arkaner Zirkel

Zweiglandgrafschaft Vadisch-Altberg-Denubien

Die Gerüchte im christlichen Altberger Klerus, Graf Uwe von Altberg habe „einen Pakt mit dem Teufel“ geschlossen, nehmen kein Ende. Als Verbündete in der antitrigardonischen Rebellion des Uwe von Altberg ist die Rolle der Votanisten so prägnant wie ungeklärt. (siehe Kapitel 4 / Abschnitt Dunkelelfen Dugor Harog)

Die militärstrategisch wichtige Position der Grafschaft Vadisch-Altberg-Denubien ist in der Frage von Montrowia in Betracht zu ziehen. (siehe Kapitel 5 / Abschnitt Montrowia)

Kapitel 2: Gemeinden des Glaubens

Der freimagische Orden der Riasinaten

Im Jahre 14 n. K. von Giordano anh Gallilei gegründet und in Magierkreisen der „Akademie“ des arkanen Zirkels etabliert, hat der freimagische Orden der Riasinaten innerhalb der letzten 12 Jahre seine Kontrolle über die Magiebegabten Trigardons behaupten können.

Giordano anh Gallilei, Markgraf Phadrack Natan anh Ria und die Eminenz InSinae Phyrain haben die Basis für eine klerikal legitimierte Lehre der Zauberei geschaffen. Nach riasinatischer Theosophie ist Riasina die Göttin der Magie. Diese Magie soll nicht durch den Weltvater Natan, sondern durch Botans Frevel zu den Menschen gekommen sein.

Das Heilige Kloster der Riasina ist der Hauptsitz des Ordens und es muss vermutet werden, dass die Kleriker des Klosters, allen voran Abt Talerchen, von den Magiern mit ungeklärten Mitteln unter Druck gesetzt werden. Seit dem Tode der Eminenz InSinae Phyrain war es jedenfalls nicht mehr möglich, mit Priesterinnen oder Priestern aus dem Kloster der Riasina Kontakt aufzunehmen.

Die historische Bedeutung des freimagischen Ordens ist weniger theosophischer als politischer Natur. Vor dem Sturz des Hochfürsten Karoman anh Rhack waren die Riasinaten eine tatsächliche Geheimgesellschaft. Innerhalb der Riasinaten ließen sich zwei Strömungen beobachten, beide angeführt von Triumviraten. Der Markgraf der Zweiglande Philonius Phadrack anh Ria, dessen rechte Hand, der ehemalige Reichsritter InSinae Kirre Wirrwitz und der Gründer der Riasinaten, Giordano anh Gallilei vertraten den politischen Flügel, das andere Triumvirat bestand aus der Eminenz InSinae Phyrain, dessen Leibwächter Cirkater Tengyl und dem elfischen Magier Dwisiel.

Beide Gruppen haben nach den Aussagen des Legaten InModane Jurek anh Rhack und des Cirkaters Thanees in der Regierungszeit des Hochfürsten Karoman anh Rhack II. eine Form der nekromantischen Hexerei benutzt, um einflussreiche Persönlichkeiten des Reiches zu kontrollieren. Unterstützend hierbei soll Tandor, Priester der Riadugora gewirkt haben. Die beiden Zeugen waren selbst Opfer dieser Nekromantie, was hieb- und stichfest bewiesen ist.

Andere Opfer waren Drebick anh Krul, Häuptling der Flutländer, Karbon Krallenhand, Tiehalfpriester aus der Sippe der Wölfe, Trebor, Herold des Hochfürsten Karoman anh Rhack II., Ob es noch andere Opfer gegeben hat, ist uns nicht bekannt.

Die Betroffenen waren zeugungsunfähig, ernährten sich von Blut (im Falle der Zeugen von Tierblut, menschliche Opfer der Anderen sind jedoch nicht auszuschließen) und waren unfähig, normale Nahrung zu behalten. Jedes Opfer hatte die Grenze zu den Hallen der Riadugora einmal in natürlicher Richtung und einmal in der entgegen gesetzten Richtung überschritten, was den nekromantischen Aspekt der Taten ausmacht. Der freie Wille der Opfer war zum Großteil noch intakt, gegen direkte Anweisungen der Nekromanten konnten sie sich jedoch nicht mehr zur Wehr setzen. Im Falle des Jurek anh Rhack war es wahrscheinlich möglich, das Unleben des Opfers zu beenden, ohne das Leben des Mannes zu vernichten. Es könnte daher der verallgemeinerte Schluss gezogen werden, dass eine Lösung dieses nekromantischen Fluches ausdrücklich möglich ist. Jeder der Genannten spielte eine unersätzliche Rolle beim Sturz des Hochfürsten Karoman anh Rhack II.

Nach dem Sturz des Hochfürsten Karoman anh Rhack II. zeichnete sich kurzfristig ein Machtpolitischer Konflikt zwischen beiden Flügeln ab, der jedoch durch den Tod der Eminenz InSinae Phyrain beendet wurde, bevor er zum Ausbruch kam. Seit dieser Zeit weiß man nichts mehr von offener Nekromantie der Riasinaten. Der politische Flügel der Riasinaten hat nach der Tötung des Dwisiel durch Cirkater Estron seine Macht ausgebaut.

Nach Aussage von Cirkater Estron soll es von Seiten der Riasinaten zu militärischen Sabotageakten bei der ersten, verlorenen Schlacht von Montrowia im Jahr 24 n. K. gekommen sein.

Die Gründung der Schattengarde und des arkanen Kommissariats sind als letzter Schritt von einer Geheimgesellschaft hin zu einem Orden mit institutionellen, machtpolitischen Aufgaben zu verstehen.

Das arkane Kommissariat wird als nicht den Riasinaten loyal eingestuft und arbeitet nach unserer Einschätzung tatsächlich unabhängig.

Der Orden Siebenstreich

Der älteste Cirkaterorden wurde im Jahr 22 n. K. von Turaljon anh Arden, Protektor des Hochfürsten Karoman anh Rhack II. wieder neu gegründet. Die kirchenpolitische Aufgabe desselben litt oft unter den Anforderungen des Hochfürsten Karoman anh Rhack II., so war es maßgeblich der Orden Siebenstreich, der den ersten Aufstand der Flutländer niederschlug. Der Missbrauch der Heiligen Klinge durch Turaljon in dieser Schlacht wurde durch ein bis Heute nicht aufgeklärtes aber erfolgreiches Attentat, vermutlich aus flutländischen Reihen, beantwortet.

Neben den Halbuntoten in der Führungsriege des Ordens (Jurek anh Rhack, Thanees) sind keine Skandale beobachtet worden.

Cirkater neigen dazu, sich zu verselbstständigen und ihre Schutzpflicht gegenüber den Priestern zu vergessen.

Die Bruderschaft des Dan

Seit dem ersten Fest der Freundschaft im Stammeskrieg 1v. K. war die Bruderschaft des Dan der erfolgreichste, weil unerkannt gebliebene Geheimbund Trigardons. Die Morde an Turniersiegern beim Fest der Freundschaft sind ungezählt. Es gibt zwei uns bekannte Mitglieder, davon ist uns der Name von einer Priesterin des Riaplot nicht bekannt, das andere Mitglied ist eine Elfe Namens Ravina. Diese beiden sind die Überlebenden des Attentates auf Ian anh Lure beim Fest der Freundschaft im Jahre 24 n. K., an dem auch Godiva anh Magellan, Priesterschülerin der Riasina, ein uns namentlich nicht bekannter arbonischer Stammeskrieger und ein uns namentlich nicht bekannter Hexenmeister beteiligt waren. Letztere Drei kamen bei dem Attentat ums Leben.

Kapitel 3: Gemeinden der Ketzerei

Die Jünger des Gorn

Gorn ist laut schriftlichen Äußerungen des Markgrafen Philonius Phadrack anh Ria in der riasinatischen Schwarzen Schrift der Wiedergeborene Botan. Eine Zweifelhafte Interpretation, die sich mangels näherer Informationen weder bestätigen noch widerlegen lässt. Gorn ist nach diversen Zeugenaussagen eine zumindest dämonische Präsenz, die mehrfach im nicht-politischen Triumvirat der Riasinaten gesehen wurde. Viele Gerüchte rund um Schwertmeister Tengyl deuten darauf hin, dass es eine Gruppe Sterblicher gibt, die diese Gestalt als Gott verehren. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich diese ketzerische Gemeinde in den Reihen der Riasinaten versteckt.

Die Anhänger Botans

Die Äußerungen des Baron Sairan anh Argaine vor seinem Tode sind das einzige, was wir über eine Gruppe Ketzer wissen, die Botan als Gott verehren. Seine Kontaktaufnahme am Todestag des Herzog und Grafen Ardor anh Rhack II. wurde mit einer hierarchisch höher stehenden Person männlichen Geschlechtes geschlossen. Das wichtigste Ziel dieser Gruppe schien die Auslöschung oder Enttrohnung der Familie anh Rhack zu sein. Es fiel der Begriff „Schulen des Botan“, was darauf hindeutet, dass eine Perversion der ehrenwerten Schulen des Ischan existiert.

Kapitel 4: Zeichen der Zeit in den Alten Reichen

Die Mächte des Bösen haben im Land der Stämme geschlafen, als noch Krieg herrschte, heißt es. Vielleicht wurden die Mächte des Bösen während des letzten Großen Stammeskrieges nur nicht wahrgenommen. Trigardon bedeutet mittelländisch „Reich der drei Geister“. Der dritte Geist Trigardons sind die Alten Reiche, in denen seit je her nicht die Menschen, sondern das Kleine Volk und die Halbmenschen lebten. Das Gedächtnis der alten Reiche ist nicht so kurzlebig wie Das der Stämme. Das Böse in den Alten Reichen ist spätestens seit dem Auffinden des Heiligen Buches der Götter erwacht. Es regt sich im Verborgenen und wir wissen nicht, wie das Eine mit dem Anderen zusammenhängt und wo der Tropfen zur Flut, wo der Funke zum Brand werden wird. Aber was wir sehen und als solches Begreifen müssen ist die Erkenntnis, dass ein Unterschied besteht zwischen dem Bösen, dass wir in Leichtsinn, Forscherwahn und skrupellosem Streben nach Macht selbst herbeigerufen haben und dem Bösen, dass sich ohne unser Zutun Gehör verschafft. Das Gedächtnis der alten Reiche ist nicht so kurzlebig wie Das der Stämme. Wo sich die Mächte des Bösen in den Alten Reichen regen, begegnen wir den Zeichen der Zeit.

Die Unterirdischen in Nordern

Die erste Sichtung der so genannten Drow in Trigardon fand im Sommer des Jahres 23 n. K. in Nordern statt. Eine Gruppe von 5 Schwarzhäutigen Kriegern wurde von einer Abteilung des Orden Siebenstreich gestellt. Sie redeten in ihrer Muttersprache, so dass sie niemand verstand, bis auf einige Mitgereiste Schotten vom Clan Mont Rose. Offenbar waren diese Wesen auf der Suche nach etwas. Auf Empfehlung der Schotten wurden die Wesen vernichtet und dem Feuer übergeben.

Das so genannte Mensaborien

Es gibt seit langem Reiseberichte über eine Gegend, angeblich in Flutlands Norden, in dem die Untoten gewöhnlich, die Sterblichen ungewöhnlich sind. Verwirrten Halbmenschen wurde wenig geglaubt. Die Eminenz InSinae Phyrain reiste gemeinsam mit den Cirkatern Tengyl, Estron, Jurek anh Rhack, Thanees, Trogan und dem Novizen Elgor im Jahr 21 n. K. in ein Land, das von seinen Bewohnern – Angehörigen der Sippe der Wölfe, die diese Gegend als Zuflucht vor der Vogelfreiheit nutzten – Mensaboria genannt wurde. Die Cirkater gerieten in heftige Gefechte mit den tatsächlich dort befindlichen Untoten und entkamen schließlich. Mehrere Expeditionen folgten den Bescheibungen der Cirkater, gelangten jedoch an keinen anderen Ort als an die Grenze von Brabant. Die Erlebnisse der Cirkater dürfen nicht als einfache Sinnestäuschung missverstanden werden, da es zeitgleich im Arkanen Zirkel im Dunklen Wald zu starken magischen Erschütterungen kam.

Unleben im Arkanen Zirkel

Die Rückkehr der Eminenz InSinae Phyrain von Mensaborien nach Trigardon brachte eine weitere magische Erschütterung im Arkanen Zirkel mit sich. Auf Diese folgte ein Angriff von Untoten unter der Führung einer mächtigen, chaotischen Präsenz. Die Cirkater schlugen die Wesen zurück und vernichteten die Präsenz mit ihrem Stahl. Magische Erschütterungen im Arkanen Zirkel sind 2 n. K. zum ersten Mal beobachtet worden, damals ohne erkennbaren chaotischen Zusammenhang. Zum zweiten Mal kam es zu Ausbrüchen im Jahr 14 n. K., diesmal ungefähr Zeitgleich mit der Auffindung des Heiligen Buches der Götter. Dämonische Präsenzen sollen damals versucht haben, die Heilige Schrift zu stehlen. Zeitgleich wurde der freimagische Orden der Riasinaten von Giordano anh Gallilei gegründet.

Zum fünften und bisher letzten Mal kam es zu einer Erschütterung im Arkanen Zirkel während dem Fest der Freundschaft 26 n. K., am 8. Sion der 7. Sina. Als Folge derselben kam es in Flutland zu einem Erdbeben, die magische Kraftlinie von Nordern verschob sich und die Cirkater Estron, Emendon, Jurek anh Rhack, Derias, Hochwürden Wortkarg und Legat Bjaron anh Darr berichten übereinstimmend, eine dämonische Präsenz wahrgenommen zu haben, von der dringend vermutet werden muss, es habe sich dabei um einen dienstbaren Geist des Botan gehandelt, die sie rituell vertrieben haben. Angeblich soll Cirkater Tengyl das Ritual wegen geistiger Verwirrung seinerseits gestört haben.

Dunkelelfen im denubischen Dugor Harog

Der Dugor Harog scheint in seinem Altbergischen Teil nicht nur das Kleine Volk beherbergt zu haben. Unter Graf Uwe müssen sich in den Bergen unter seinem Stammsitz auch Dunkelelfen versteckt haben. Der Zusammenhang zum Orden der Untergehenden Sonne und/oder dem Orden der Votanisten (siehe Kapitel 1 / Arbon) ist zwingend. Es gibt weitläufige Höhlen unter der Altburg, diese sind verlassen worden und seit mindestens 4 Jahren leer.

Kapitel 5: Die äußere Bedrohung

Torog Nai in der Terra Inkognita

Die seit 21 n. K. von Altgar (Anrea) besetzte so genannte Terra Inkognita wurde im Jahr 26 n. K. von Streitkräften des Chaosreichs Torog Nai heimgesucht. Da die sogenannte „Religion“ Bargaans bis ins Mark böse und verdorben ist, muss von dämonischen Präsenzen ausgegangen werden. Die Streitkräfte Torog Nais haben besagten Landstrich bis Anfang 27 n. K. in Richtung Altgar (Anrea) verlassen.

Vampire in Montrowia

Die an der Grenze zu Vadisch-Altberg-Denubien liegende arbonische Baronie Montrowia wurde 24 n. K. von einer unlebendigen Streitmacht unter der Führung eines Vampirs weiblichen Geschlechtes heimgesucht und verwüstet, der diesen Landstrich bewohnende schottische Clan Mont Rose wurde von diesem Angriff ausgerottet. Im Herbst 24 n. K. führten die Cirkater Estron und Jurek anh Rhack eine arbonische Streitmacht in die Schlacht und wurden vernichtend geschlagen. Bei dieser Gelegenheit erlitt der 2. Legat Denubis den Biss des Vampirs und Rettung durch den Pflock. Ein Jahr später gelang dem Herzog und Grafen Ardor anh Rhack II. die Befreiung der Baronie, die Kriegsherrin der Untoten entkam. Da im Herbst 24 n. K. die abtrünnige Provinz Altberg von Uwe von Altberg an Markgraf Philonius Phadrack anh Ria verkauft wurde und die Herren Altgars (Anreas) ebenfalls stark an einem Erwerb der Grafschaft Vadisch-Altberg-Denubien interessiert waren, muss vermutet werden, dass die Vampirkriegsherrin den Einmarsch trigardonischer Streitkräfte nach Denubien im Auftrag Altgars (Anreas) um ein Jahr verzögert hat.

Dunkelelfen der Scola Scire

Ein ehemaliger Schüler der Scola Scire, heute Hofmagier von Berrat von der Küste, Fürst von Yddland, ist ein Unterirdischer, sogenannter Drow. Sein Name ist Nagus. Die Kreatur machte sich selbst wichtig durch Zeugenaussagen, nach denen die Scola Scire schwarze Magie lehrt. Die ohnehin Bekannte Tatsache wird durch die Aussage eines Chaoswesens nicht glaubwürdiger. Es liegt nahe, dass die Kreatur ein Spion der Scola Scire ist, welches Zwietracht und Misstrauen im Bruderbund sähen soll. Berrat von der Küste wird sich weigern, selbiges einzusehen. Die Sache entwickelt sich zu einem politischen Skandal.


Der Fluch des Gero anh Tesch

Mein Großvater Gero anh Tesch war ein Bluthund. In seiner Jugendzeit war das nichts Ungewöhnliches, denn alle aus den Stämmen von Natan und Ischan waren damals wilde Wölfe und Hunde des Krieges. Und so wie sie alle, so heulte und bellte Gero anh Tesch das Lied von Mord und Totschlag und seine Stammeskrieger färbten die Bäche und Seen des Flutenlandes rot, ohne dass Die im Süden es jemals bemerkten, denn im breiten Arbostrom lebten damals keine Fische mehr, so dick war das Wasser dort geworden. Meine Großmutter Dora Yschana war die schönste Schlächterin in den nördlichen Bergrücken des Dugor Harog. Sie war noch sehr jung, als sie zum ersten mal Mutter wurde, aber noch jünger war sie gewesen, als sie lernte, Menschensehnen und Menschenadern mit dem Messer zu zerschneiden. Schon viele arbonische Herzen hatten ihre Pfeile durchbohrt, als meine Großeltern sich begegneten. Dora Yschana hatte sich ihr jüngstes Kind auf den Rücken gebunden, als sie die schlafenden Schwestern und Brüder des Gero mit dem Beil erschlug. Und der arbonische Kriegswolf tötete die Mutter und deren Sippe und alle Kinder der Dora Yschana. Die Menschen haben ihre Namen für immer vergessen. Gero nahm Dora zum Weib und zur Gefährtin und sie wurde eine Tesch. Sie hassten sich jeden Morgen und jeden Abend. Sie hassten sich jeden Tag. Es gab andere arbonische Sippenhäuptlinge, die wollten Doras Tod. So lernte mein Großvater Arbonier töten. Bald darauf lernte Dora das Töten von Flutländern. Sie hassten nun die Menschen und sich selbst und wahrscheinlich hassten sie Die Welt und Die Götter ebenso sehr. Aber vielleicht verliebten sie sich in diesen Tagen, als sie Alles hassten.

Es kam die Zeit der Stammeshäuptlinge Aribor anh Krul und Karoman anh Rhack, die den Flutländern und Arboniern endlich Frieden schenkten. Aber einige Sippenhäuptlinge konnten den Frieden nicht ertragen. Gero anh Tesch und seine Stammeskrieger behielten ihr liebstes Handwerk bei. Als mein Oheim Canupher und meine Mutter Sara Beru noch nicht laufen konnten, blickten sie beide meiner Großmutter über die Schulter, wenn sie den Reiterbogen nutzte. Als mein Oheim Timor geboren wurde, kamen Geros Stammeskrieger zu dem Kloster vom stürmischen Felsen, wo später das Kleine Volk seine Höhlenfestung grub und die heute den Flutländern gehört und den Namen Yschanswehr trägt.

Die Schaar meines Großvaters lebte ja davon, feste Orte zu plündern… Dora Yschana, die schönste Schlächterin der Tesch, starb in diesem Kampf. Kein Mönch im Kloster blieb an diesem Tag am Leben. Geros ältester Krieger, Zuluri, fand schließlich den Abt. Der hatte sich in einer geheimen Kammer versteckt, flehte Die Sieben um Gnade an und presste seine Fäuste vor die Brust. Gero schnitt sie ihm von den Armen. Während der Göttermann verblutete, öffneten Zuluri und Gero seine verkrampften Hände. Darin fanden sie zwei Tropfen von gefärbtem Glas, die das Sonnenlicht brachen und in hundert Farben glitzerten. Da schrie der sterbende Mönch voll Wut und Angst und streckte seine Armesstümpfe in die Höhe.

„Du und deine Nachkommen werden stets in Angst und Schrecken leben, sich immer verstecken müssen und doch niemals sicher sein vor Zwietracht, Rache und Strafe. Erst dann soll deine Familie erlöst sein von diesem Fluch, wenn dein Spross diese Kleinodien dem zurückgibt, dem sie nach göttlichem Willen zustehen: Dem Dan der Stämme, der uns einst retten wird vor dem Bösen!“

In den Tagen danach ergriff der Fluch die Herzen der Krieger. Zuluri versuchte, meinen Großvater zu morden und der beiden wertlosen Glasperlen zu berauben. Und alle anderen Krieger brachte er gegen ihren Sippenhäuptling auf und wer ihn nicht hassen wollte, der wurde erschlagen. In Nacht und Nebel floh Gero anh Tesch mit seinen Kindern vor seinen eigenen Kriegern. Die gläsernen Zeugen seines Fluchs nahm er mit sich.

Als man im Längstal von Arbon aus steinernen Türmen eine neue Zeit errichtete, wurden Canupher und Timor junge Männer und meine Mutter wurde zu einer jungen Frau. Mein Großvater Gero wurde alt. Sie lebten stets versteckt und unter falschen Namen, denn Zuluri jagte sie in seiner wahnsinnigen Gier nach den verfluchten Perlen und er jagte nicht allein. Seine Krieger und er hatten einen Packt mit den bösen Geistern geschlossen, die ihre Augen und Ohren an vielen Orten haben. Im Schlafe aber plagte unsere Mutter und ihre Brüder der Fluch der gläsernen Tränen. Viele Feste der Freundschaft wurden gefeiert und fast jedes brachte einen neuen Dan. Nicht selten wurde aber der Dan noch an dem gleichen Tage, an dem er seine Würde bekam, das Opfer der Messer im Dunkeln. Manches Mal wurde ein Fremdländer zum Dan. Selten wagte Gero es, diese Männer aufzusuchen, nie traf er Einen lebend. Eingedenk unseres Fluches verlangte mein Großvater von seinen Kindern, selber Kinderlos zu bleiben, diese aber wollten davon nichts hören. An dem Tag, als Canuphers Sohn geboren wurde, der euch, ehrwürdiger Bruder, ein Namensvetter war, starb mein Großvater unter schweren Tränen. Canupher und meine Mutter haben nie geheiratet, aber Timor wollte nicht so leben wie sie, also wurde er Bauer und gründete eine Familie, als die Zeit der Hochfürsten kam und der Frieden sicher schien. Canupher und meine Mutter warnten ihren Bruder, aber er verlachte den Fluch, der ihn getroffen hatte, als er noch ein unschuldiger Säugling gewesen war. Also teilten Canupher und Mutter die Bürde unter sich auf.

Nun ist vor vier Jahren, kurz vor dem Fest der Freundschaft des Jahres 27, Timor mit seiner Frau und allen seinen Kindern von Zuluri getötet worden. Meine Mutter war sich sicher, dass Folter und Dämonen ihm das Geheimnis entlocken konnten, wer von uns die Gegenstände hatte, nach denen er suchte. Also zog sie aus, ihren Bruder zu warnen, meinem Bruder und mir aber gab sie das Kleinod unseres Fluches, das sie bei sich trug.

Die Kunde von den schrecklichen Ereignissen auf dem Fest der Freundschaft vor vier Jahren war kurz darauf in aller Munde Trigardons: Ein junger Mann war blutüberströmt auf dem Turnierplatz zusammengebrochen und hatte dem amtierenden Dan Ardan anh Ardanshof ein sonderbares Kleinod übergeben, das im Volksmund schlicht „Träne“ genannt wurde. Dann verstarb der sonderbare Bote. Seine Beschreibung passt auf meinen Vetter Beretryl. Am nächsten Tag war ein Mann in einer Maske nach Art der Cirkater aufgetaucht, aber seine Maske war tiefschwarz und bar jedes Göttlichen Symbols. Das Volk nannte ihn „den Schwarzen Cirkater“ und er hatte eine Gefolgschaft aus wilden Menschentieren bei sich gehabt. Die Gäste des Festes hatten sich eine Schlacht mit diesen Orks geliefert und den Schwarzen Cirkater erschlagen, aber vor seinem Tode soll der Mann von den Getreuen des Dan etwas gefordert haben. „Du weißt, was ich haben will…“, soll er gerufen haben, „Es ist gestern hier angekommen!“ Der Schwarze Cirkater, so zeigte sich in der folgenden Zeit, war keinesfalls der Einzige seiner Art gewesen. Ihr wisst, wovon ich spreche. Schon bald hörte man aus Nordern von weiteren Schwarzen Cirkatern, Diener des Botan sollen sie sein und die Tiermenschen ihre Verbündeten. In den letzten vier Jahren blieben mein Bruder und ich nie länger als drei Tage an einem Ort.

Das nächste Danturnier fand im Oostport statt, der unerreichbar für uns unzählige Meilen hinter dem Meer liegt. Einen neuen Dan hatten sie dort gekürt, Rikasch, euer Ordensbruder, aber der war in den letzten Jahren ständig auf Reisen. So konnten wir uns nur verstecken und warten. Und gewartet haben wir ein weiteres Jahr. Im Jahr 29 fanden die offiziellen Feierlichkeiten des Festes der Freundschaft in der arbonischen Baronie Arden statt, am Hofe des Baron Curgan anh Woronesch. Wir ließen uns als Hausdiener anstellen und wollten dem Dan den Siegerpreis übergeben und mit diesem auch die Lösung unseres Fluchs. Doch wisst ihr von den Schrecken, die das Fest der Freundschaft des Jahres 29 und 30 überschatteten und ich wage kaum den Namen dessen auszusprechen, den ganz Arbon einst liebte und nun fürchtet. Was mich betrifft, so verlängerte die Entscheidung, in diesen beiden Jahren kein Danturnier stattfinden zu lassen, meinen Fluch um drei Jahre, denn zu wem hätte ich gehen können? Was meinen Bruder betrifft, so kann ich sagen, dass er alle Furcht hinter sich gelassen hat, denn auch die Schwarzen Cirkater hatten ihre Gedungenen unter den Hausdienern des Barons von Arden. Aber heute, heute ist der Tag gekommen, an dem ich, die ich die letzte Tochter meiner Großmutter und meines verfluchten Großvaters bin, mich von meinem Fluch befreien kann. Nehmt dies aus meiner Hand entgegen, Dan der Stämme, der uns einst erretten wird von dem Bösen! Ist es nicht ein sonderbares Ding? Es sieht so aus, wie eine Träne aus Eis...


Die Worte Jureks des Löwen

Ich bin gekommen, um euch zu erzählen. Von kalten Gräbern, die in Harnac schweigend liegen, Um wertlos sich mit welken Leibern zu vermählen, Deren Seelen, so wenig sie auch wiegen, Gemäß den Wegen die sie wählen Nicht mit den Vier Winden fliegen. Darum bin ich hier, euch davon zu erzählen.

Ich bin gekommen, um euch zu berichten. Von Feinden, die Allerorten auf euch lauern. Von Dämonen hässlich Angesichten Der´n Rammen stehen vor eurer Tugend Mauern. Wahr ist jedes Wort, wahr sind alle die Geschichten Die lang vergaßen, die Toten zu betrauern. Darum bin ich hier, euch davon zu berichten.

Ich bin gekommen, um zu euch zu sprechen. Von größtem Übel und von bösen Mächten, Die doch nicht jeden Willen brechen. Denn Hoffnung blickt noch aus den schattigsten Schächten Zum Himmel herauf, wo Sternenlichter Augen stechen. Fragt ihr die Toten was sie wohl von euch dächten? Darum bin ich hier, davon zu euch zu sprechen.

Ich bin gekommen, um euch zu erinnern. Daran, wie Scheiterhaufen riechen. Daran wie´s klingt wenn Greise Wimmern. Daran, wie schnell die Würmer in uns kriechen. Daran, warum die Heldensterne schimmern. Daran, dass selbst die Edelsten versiechen. Darum bin ich hier, euch daran zu erinnern.

Ich bin gekommen, um euch zu ermahnen. Wacht und Sprecht, ihr seit am Leben. Denn ihr sollt wissen, dass alle eure Ahnen, So sie denn Mut und Trost euch geben, Mit euch gehen und nimmermehr erlahmen! Denkt stets daran, in Allem euren Sterben. Darum bin ich hier, euch darin zu ermahnen.

Ich bin gekommen, euch eindringlich zu warnen. Denn ich bin tot, doch meine Feinde sind es nicht. Ihr könnt euch nicht mit Unwissenheit tarnen Und auch Gelehrsamkeit raubt ihnen keine Sicht. Sie hexen und verhöhnen alle Grabesurnen. Und ihre Künste stehen jenseits vom Licht. Darum bin ich hier, um davor euch zu warnen.

Auch bin ich hergekommen, um mich zu erklären. Nicht nur für Verse, die dem Feuergott gefallen. Und um eurer Geduld mich wertvoll zu bewähren Sollen hier frei´re Wort´ erschallen.

So sagt mir, welche Zeit ist es? Denn das Gefühl dafür hab´ ich verloren. Wie lang ist es her, dass ich gestorben bin? Schon drei Jahre? Ich fühle, die Asche meiner Urne, die ist frisch. Ihr habt euch wahrlich Zeit gelassen, um mich zu bestatten. Doch nein, ich klag´ nicht, ich bin tot. Vielmehr haben all´ jene, die meine Freunde waren, sich selbst damit geschnitten. Den Toten ist es gleich, die Lebenden, die wollen Scheiterhaufen, die wollen Asche verstreuen, die wollen Abschied nehmen. Genug davon, ich bin nicht hier um über einen Leichenschmaus zu feilschen. Ich starb in Harnac und mein Bruder auch. Trotzdem sind wir getrennt. Manch einer von euch weiß das wohl bereits. Er wandelt unter Sterblichen und streitet gegen alle Werte seines alten Lebens. Und nicht als niederer Untoter. Es gehört zur Natur der menschlichen Seele, das kein Dämon und keine nekromantische Magie es vermag, eigenständig denkende, höhere Untote zu erschaffen, ohne das der Wille dieser Wesen einen Anteil hat an seiner neuen Existenz. Versteht ihr mich? Die Frage ist: Wie kann es sein, dass meines edlen Bruders Wille seinem fauligen Unleben zustimmt? Und die Antwort darauf weiß ich. Die Antwort trägt den Namen Tensan. Tensan, das ist das Wort für einen entsetzlichen Dämon des Bösen, er ist ein Verderber, ein Verführer, ein Geist der selbst die frommste Seele zu unheiligen Geschäften hinreißen kann.

Ich kenne ihn, habe ich mich doch schon früher mit ihm messen können und Sieger blieb ich, nicht ohne das ein Teil des Sieges eine Niederlage war! Seine fleischliche Gestalt zu vernichten war mir vergönnt, aber so trieb ich den Dämon nur dazu, sich einen neuen Mann als Wirt zu nehmen, eine neue unschuldige Seele zu verdrehen, zu zerbrechen. Und dieser böse Geist plagt mich nun immer noch, wo ich doch schon gestorben bin, weil er das Sterben meinem Bruder vergällt! Also bitte ich euch, erbarmt euch und gebt meinen Bruder in Riadugoras Arme. Beendet sein Leid. Ich flehe euch an, beendet sein Leid!

Wie? Rückt ihm mit dem Stahl zu Leibe und wenn ihr es tut, dann sorgt dafür, das Tensan andere Dinge zu tun hat, als zu verführen und zu überreden! Es ist leicht ihn zu erkennen. Er hasst die Sonne und kleidet sich in Schatten. Und seine Augen leuchten, als wollt´ er Riamodan selbst verhöhnen. Es ist leicht, ihn zu erkennen, wenn er auf dem Schlachtfeld vor euch steht!

Die Tage sind grimmig, die vor Schicksalswolken keinen Morgen grauen sehen. Und es kommen schlimmere Tage. Die Vermessenen, die Botan einen Götternamen geben wollen, haben furchtbare Gewalten entfesselt. Uralte Bestien, die schon an Botans Seite stritten, marschieren gegen alles, was Recht und Rechtens ist. Ihr Marschall heißt Gorn und diesem wachsen Brüder und Schwestern. Sie sind nicht so weit davon entfernt, für Sterbliche unüberwindlich zu werden. Zumindest meine Toten Augen sehen´s so.

Also seid wachsam und lauscht den alten Liedern, lauscht den Stimmen der Toten im Wind. Erwartet nicht den Feind, bis er euch hinterrücks erdolcht! Marschiert ihm entgegen und fallt ihm in den Arm! Ihr sollt wissen: Es kommen zerbrochene Zeiten und längst schon hat Ardor der Schäfer Wölfe gehört.


Abgefangene Schriftstücke der Schwarzen Cirkater

Die Mehrheit unserer Informationen über die von den Verblendeten „Tränen der Sieben Götter“ genannten Artefakte stammen von Zuluri, Cirkater, der sich der Suche nach diesen Artefakten fast dreißig Jahre lang gewidmet hat. Zuluri, Cirkater, starb im Sommer 27 in der Grafschaft Vadisch-Altberg bei dem Versuch, eines der Artefakte in seinen Besitz zu bringen. Wegen grober Fehler ist dieser Versuch gescheitert. Im darauf folgenden Herbst hat Tischrit, Cirkater, Kirre nach Nordern verfolgt. Tischrit, Cirkater, hat versagt bei dem Versuch, den so genannten „Schatz des Phadrack“ in seine Gewalt zu bringen. Es ist zu vermuten, dass uns hier ein weiteres der Artefakte entgangen ist. Der Fehler Tischrit, Cirkater, wurde korrigiert. Saroll, Cirkater, hat sich nun persönlich der Sache angenommen. Diese Befehlserläuterung entspricht unserem derzeitigen Wissen hinsichtlich der Aufenthaltsorte der Artefakte. Saroll, Cirkater, 15. 5. 29, Schulen des Botan

Informanten haben am Hof von Wastan, Hochfürst, eines der Artefakte ausfindig gemacht. Das Szepter von Wastan, Hochfürst, dient als Versteck für das zugehörige Artefakt. Das Szepter befindet sich seit dem Tod von Wastan, Hochfürst, im Kloster des Riason.

Dwiesiel hat eines der Artefakte im Besitz von Phyrain ausgemacht. Seit dem Tod von Phyrain ist davon auszugehen, dass sich das Artefakt im Besitz von Philonius befindet. Dwiesiel hat entscheidende Hinweise für die Annahme geliefert, dass der so genannte „Schatz des Phadrack“ ein weiteres Artefakt enthält. Tischrit, Cirkater, hatte den Gerüchten Glauben geschenkt, der so genannte „Schatz des Phadrack“ sei nicht gefunden worden. Vermutlich befindet sich das Artefakt im Besitz von Kirre, also Philonius. Auch denkbar ist Trogan, Milan.

Zuluri hatte zwei Artefakte im Besitz von Gero lokalisiert. Aus abergläubischen Gründen haben Canupher und Sara diese Artefakte behalten. Diese beiden sind eliminiert. Sara hatte ihr Artefakt nicht bei sich, aus abergläubischen Gründen wird ein eventuelles leibliches Kind dieses Artefakt bei sich tragen. Bei dem heutigen Angriff auf Phosphoros arkane Struktur hatte Gorn Einblicke, die die sichere Annahme zulassen, dass das Artefakt von Sara den Wirkungsbereich des Arkanen Schildes nicht verlassen hat. Canupher gab das Artefakt Beretryl. Beretryl ist der Verfolgung durch Zuluri, Cirkater, entkommen und gab das Artefakt an Ardan. Ardan, so ist zu vermuten, gab das Artefakt an Phosphoros. Im Zusamenhang mit Läticia und dem Mana stehende Gerüchte aus der Erzkanzlei geben Grund zu der Annahme, dass Phosphoros schon vorher im Besitz eines der Artefakte gewesen ist, bevor er das Artefakt von Gero, Canupher, Beretryl bekam.

Völlig ungeklärt ist der Aufenthaltsort des vermuteten Siebten Artefakts.

Die Zielperson ist nicht älter als zwanzig Jahre. Weil sie unter falschem Namen hier sein wird, muss der Dan im Auge behalten werden, denn die Zielperson wird den diskreten Kontakt mit ihm suchen. Die Zielperson darf nicht ohne Verhör eliminiert werden! Unsere arbonischen Verbündeten haben Anstrengungen unternommen, Einen oder mehrere Spione in informativen Positionen auf dem Fest der Freundschaft zu platzieren. Der Erfolg dieser Bemühungen ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geklärt. Die Losung für die Kontaktaufnahme mit diesen Personen Lautet: Frage: Was verlangt dein Stammesherz? Antwort: Herrschertradition! Weitere Unterstützung in Form schwerer bewaffneter Verbände ist bereits auf dem Weg.


Bruder Elgor über Phyrains Tod

An das Kloster der Bruderschaft des Heiligen Danason, im Frühjahr des Jahres 24. n. K., den Ordensmeistern Höchstselbst

Ehrwürdiger Eydmeister Emendon, Ehrwürdiger Hochmeyster Gimor,

Seltsame und höchst beunruhigende Dinge sind geschehen, darob sende ich Euch, Ehrwürdige Brüder, diesen Bericht, auf dass er Euch vor mir erreiche, da meine Gesundheit noch etwas schwach ist. Zudem verhinderten die Ereignisse bisher das Erfüllen meines Auftrages, den ich so noch in Angriff nehmen muss. Der Bote ist vertrauenswürdig, was an dem ungebrochenen Siegel des Ordens zu erkennen sei (oder der Bote aufs strengste zu bestrafen). Vor einer Sina bin ich von Euch in die Fremde geschickt worden, Euren Auftrag und Willen zu erfüllen. Auf dem Weg, den ich mit Seiner Eminenz Phyrain und Meister Tengyl zurücklegte, wurden wir von Orken überfallen, und verschanzten uns unglücklich in einem Dorf, welches von rastlosem Unleben belagert wurde. Aber das ist noch nicht alles. Seine Eminenz InSinae Phyrain ist tot. Getötet von seltsamen dunklen Halbmenschen, welche sich Schwarzelfen nannten und mit Begleitern aus dem hohen Norden reisten. Aber noch weitaus beunruhigender sind die Umstände seines Todes. Sie beschuldigten den ehrwürdigen Phyrain der Nekromantie. Zugegeben, hatte er gerade vorher mir gegenüber eingeräumt, dass das freimagische Kloster bisweilen die dunklen Künste erforsche, um ihrer Herr werden zu können. Allerdings war es den Fremden eindeutig nicht gegeben, darüber zu richten. Sie frevelten gegen die Götter und behaupteten, die Sina wirke Finsteres in ihrem Lande, und deshalb führe auch ihr Priester böses im Schilde. Und das von ihnen, die sie schwarze Halbmenschen als Gleiche mit sich führten, und ob deren falscher Worte solch ketzerische Reden schwangen. Die Lage spitzte sich zu, und sie wollten auf den ehrwürdigen Priester losgehen. Phyrain rief den Schutz der Sina an, und keiner der Frevler konnte sich ihm mehr nähern. So verhöhnten sie ihn, unfähig ihn zu verletzen, und er hielt flammende Reden, sie von ihrem Irrglauben abzubringen und ihnen ihr Fehlen vorzuführen. Aber sie glaubten ihm nicht, verspotteten ihn, und versuchten gegen die Macht der Sina, trotzdem zu ihm vorzudringen. Ab da wird alles ein wenig schwierig zu beschreiben, da ich nicht genau zu sagen vermag, was überhaupt geschah. Ich werde versuchen, es möglichst genau und unverfälscht zu beschreiben.. Wie gesagt, Phyrain stand dort, unbehelligt von ihren Waffen, mitten unter ihnen und versuchte ihnen die Größe der Göttin und ihre Winzigkeit darzulegen. Und die Notwendigkeit doch lieber alles was in unserer Macht lag gegen die dunkle Brut zu tun, die uns bedrohte. Allerdings schien den Mannen diese kleinkarierte Fehde mehr zu bedeuten denn die wahre Bedrohung durch die unheiligen Wesen. Oder vielleicht hatten sie sie auch nur weniger zu fürchten von ihnen. Im Folgenden händelten sie sie recht souverän, fast wie bekannt (oder auch wie unverwundbar ;-). Aber davon später vielleicht mehr. Phyrain redete sich immer mehr in Rage, und auch die Gegner wurden immer wilder, unternahmen immer wieder Versuche Phyrain zu erreichen. Auf einmal verdunkelte sich der Himmel, und wo gerade noch der Priester stand, stand nun eine Gestalt des Grauens. Sie trug immer noch die Kleider des Riasinaten, nur hatte sie lange Klauen, und der Schädel war von tiefem Schwarz, schweren Wülsten auf der Stirn und an den Wangen, keinem Haupthaar, aber einem langen gezwirbelten Schnurrbart bis fast auf den Gürtel. Es war umgeben von einer fast greifbaren Finsternis, obwohl Riasina nun wieder ihr Licht auf ihn schleuderte. Aber das brachte ihren Diener nicht wieder zurück. Im ersten Moment dachte ich, das Monster habe, von den Feinden beschworen, den Priester verschlungen, seinen Körper grausam von inner heraus aufgezehrt. Doch auch das konnte nicht ganz stimmen, denn es redete weiter auf die Frevler ein, drohte ihnen, und schließlich griff es sie an. Besonders einen von den Halbmenschen. Es schleuderte ihn zu Boden, fügte ihm tiefe Wunden zu. Doch seltsamerweise schlossen sie sich wieder, kaum dass sie geschlagen waren. Furchtbare Hiebe teilte die Bestie aus, um sie direkt wieder zu heilen. Zumindest war es das was sie auch bezweckte. Mit tiefer grollender Stimme, kratzend wie eiserne Klauen auf einer Rüstung, schrie es immer wieder die Nordmänner an, dass sie nur Würmer seien, die es nach Belieben zerquetschen könne, wenn es wollte, und nur seinem Wohlwollen verdankten sie ihre nichtswürdingen Leben. Und dann nannte es seinen Namen: „Ich bin Gorn! Ich bin ein Gott, so wie Du ein Nichts bist vor meinem Antlitz!“ Und darauf fiel es in sich zusammen, und nach dem nächsten Schlag meiner Lider lag dort Phyrain am Boden, offenbar verletzt, verwundet durch die Hiebe, die der Kreatur hatten nichts anhaben können. Wir eilten hinzu, um nach ihm zu sehen und seine Wunden zu versorgen, wurden aber gleich bedrängt von den Frevlern, welche nun ihren Gegner wehrlos wähnten. Seltsamerweise kaum geschwächt und in der Überzahl metzelten sie uns brutal nieder, und setzten dem Leben der Eminenz Phyrain in ketzerischer Art und Weise ein überaus unwürdiges Ende. Noch in der Nacht erschien Tengyl und mir jedoch die Seele des Verstorbenen, trank mit uns und belehrte uns, wir sollen uns nicht grämen, sondern ihn in den Hallen wähnen. Und Riasinas Glanz schien besonders hell um ihn.

So bleibt mir aber trotz allem die Frage, was dort geschehen sei. Einerseits mag es die Dunkelheit des Ortes gewesen sein, dass die Kreatur den Priester befiel. Oder es waren Mächte der seltsamen Gesellen, die uns dort bedrohten. Am nächsten Tag nämlich erschlug Tengyl einen von ihnen im Zweikampf. Zum einen ist dies bedeutsam, da sein Gefährte hinzusprang, dem besiegten Freunde die Ehre zu nehmen indem er sein Leben bewahren wollte. Was Tengyl zu vereiteln wusste. Des weiteren versuchten er und seine Begleiter daraufhin, die Seele des Gefallenen in eine seltsame Büste zu bannen, da ihnen ihre Götter angeblich befählen, den im Zweikampf von ihnen zu sich Geforderten nun auf blasphemische Weise wieder zurück zu holen. Dies erläuterte der andere Halbmensch uns in einer langen Befragung, die ein paar ehrenvolle und gottesfürchtige Recken und ich anberaumten, um die Absichten dieser seltsamen Gestalten zu durchleuchten. Der Halbmensch brachte einige Gründe hervor für sein Handeln, allerdings alle tadelig und hanebüchen, im Anbetracht dessen, dass er Götter vorschob und die großen Aufgaben des Gefallenen, wo es sich doch lediglich um einen Halbmenschen handelte. Die Versammelten waren sich recht uneins ob der zweifelhaften Taten, verkündeten jedoch einhellig, dass dies keinesfalls hier zu geschehen habe, sonst sei den Lästerlichen der Tod gewiss. Die Seele sollen sie derweil ihren Göttern mitbringen. Die Götter widerum entschieden noch in der Nacht, indem die Scheune, in der der gefrorene Körper des Toten aufgebahrt lag, in lodernden Flammen aufging. So sind nun die Taten jener in arge Zweifel zu ziehen. Allerdings bringt mich das nicht weiter ob des Geschehenen. Sei es nun ihr Werk, oder das eines ganz anderen, so scheint es mir am wahrscheinlichsten, dass der ehrwürdige Phyrain von der dämonischen Wesenheit namens Gorn überfallen wurde, seine Schwäche schamlos ausnutzend. Zumal mir Phyrain wie erwähnt vorher gestand, sich mit den dunklen Künsten auseinanderzusetzen, wenn auch nur um ihrer Vernichtung zu erforschen. So mag ihn das vielleicht zusätzlich geschwächt haben. Aber dies nur am Rande, und ohne mir ein derartiges Urteil anmaßen zu wollen. Nun berichte ich Euch dies, der Ihr das Mysterium vielleicht zu durchblicken vermögt, auf das der Orden schnell handeln kann, schneller als es mir möglich wäre.

Euer gehorsamer Bruder Elgor.


Bericht des Arkanen Kommissariats 27 n. K.

An Milan, Mönch der Riadugora

An seine Erlesenheit Phosporos ahn Dunkelwald, Kanzler Trigadons

An Philonius Phadrak ahn Ria, Graf zu Dunkelwald

An Emendon, Eidmeister des Ordens des heiligen Danason und Vogt zu Arbon

An Marsiane Feuerspeer, Gräfin der Flutlande

Dieser Brief ward im Herbst 27 n. K. in die Hand des Schreibers Juri ahn Ria diktiert, Novize der heiligen Sina, Archivarus Minor der Erzkanzelei des trigardonisch –yddländischen –taerianischen Bruderbundes. Der Schreiber dieses Briefes distanziert sich von den Gedanken, die unter Punkt II., Unterpunkt I. Zeilen 2 & 3

Wir bitten die vermeintliche Unterschlagung der weiteren Titel zu entschuldigen, doch angesichts des Gedankengangs, man schreibe zu gleichgesinnten ‚Freunden‘, wurde dies der Form und der Kürze halber fortgelassen.

Liebe Collegae, werte Priester,

dies Schreiben wird sehr ‚delikate“ Informationen, nebst Forderungen und Gedanken enthalten, weswegen direkt im ersten Satz die Bitte um persönliche Aussprache zu den folgenden Gedankengängen angebracht wird.

Doch zuerst ein Dank an die heilige Kirche der Siebenfaltigkeit für die Übersendung des Inquisitionsberichts und das zwar versteckte, aber inhaltlich erschließbare Lob für das Kommissariat. Dank sei auch dem Kanzler für seine geleistete, wenngleich noch ausbaufähige Unterstützung und dem Grafen des Dunkelwalds für die Stellung alter Schriften und Wissen, welche die Arbeit des Kommissariats erleichterten und auch teils bei scheinbar unlösbaren Problemen weiterhalfen. Nicht zu vergessen meinem guten Bekannten Emendon für das Licht, welches er durch seine Vogtschaft in Arbon dorthin bringen möge und an Marsiane, welche auf dem besten Weg ist den Stamm der Flutlande zu einen.

Mit dem mir übertragenen Amt des Arkankommissars Trigardons ist mir eine große Verantwortung übertragen worden, die ich allein nicht zu tragen im Stande bin. Zwar trat ich schon an einige ehrenhafte und gewissenhafte Trigardonier heran, im Versuch dieser eben genannten Berufung mehr Augen und Ohren zu verschaffen, doch leider stellte sich im meinem Geist nicht der Zustand der Zufriedenheit ein, der eigentlich hätte folgen müssen. Um es nicht zu beschönigen, der Eine ist zu dumm, der andere ein Sicherheitsrisiko, ein Weiterer zu unwirsch. Summa summarum ergibt sich ein, gemessen am Auftrag, klägliches Kontingent in Bezug der Mannesstärke im Arkanen Kommissariat, so daß die mir übertragene Aufgabe, gerade im Hinblick auf einen nun sicher kaum mehr abwendbaren Krieg gegen Anrea, nicht zu meiner und somit auch Eurer Zufriedenheit ausgeübt werden kann. Ich erwarte von Euch, Collegae und Priester, sich Gedanken zu machen, welche Form das Arkane Kommissariat in Zukunft anzunehmen hat. Ich muss dennoch unterstreichen, dass meine Investigativarbeit in Bezug auf das astrale Geflecht Trigardons schon nützliche Informationen zu Tage gefördert hat, die meine Person allerdings mehr aufschrecken lassen, denn beruhigen. Ein Anfang wäre die Bereitstellung von Mannen von Geist und Kraft, die sich der ihnen übertragenen Aufgabe gewachsen sehen.

Nach einer detaillierten und lang andauernden Analyse der einzelnen Grafschaften und dem Landstich Trigardon als Ganzes, wurden mir Dinge offenbar, die nähere Klärung bedürfen. Im Einzelnen sind dies folgende:

I. Untersuchung des magischen Geflechts Trigardons:

I.

Wie wir – hoffentlich alle – wissen, liegt in den Tiefen des Dunkelwalds ein Ort von unsagbarerer Kraft, der magische Zirkel genannt. Selbiger ist aufgrund der Installation des Arkanen Schildes unbenutzbar geworden. Das Kommissariat rät einem jeden Magier dringend den näheren Kontakt mit dem Zentrum zu vermeiden. Die Folgen wären kaum absehbar. Der Arkane Schild arbeitet einwandfrei, so es durch die magische Cirkulation der 6 magischen Stränge gespeist wird. Seit der in Betriebnahme wurde jedes Artefakt „stillgelegt“. Wie Ihr bemerkt haben werdet, spreche ich „nur“ von 6 magischen Strängen, die sich im magischen Zirkel treffen. Der 7te ward am Fest der Freundschaft vor einem Zirkel „verschoben“ worden. Etwas Derartiges hatte ich bisher noch nicht beobachten dürfen und ob der damals noch unklaren Frage, ob diese Verschiebung Gefahr mit sich bringt, weshalb die Ergebnisse meiner Nachforschung erst jetzt zu präsentieren sind. Der Schwenk des 7ten magischen Stranges hatte in der Folge keine Auswirkungen. Weder Experimente, noch Zauber missglückten, weshalb ich anfangs mich im Irrglauben keiner Gefahr ausgesetzt zu sein, hielt. Nach Untersuchungen, wohin sich der 7te Strang neu ausrichtete, wurde klar, dass das Gebiet um vadisch Altberg-Denubien das Ziel sein muss. Genauer gesagt, wendete sich der Strang zu dem Gebiet, in dem sich die alte Zuflucht Graf Uwe von Bergs befindet. Forschungen in diesem Areal konnten bisher in Ermangelung an fähigen Magiern noch nicht durchgeführt werden. Beachtlich sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse, welche unter Punkt I. II. zusammengefasst sind.

II.

Die Untersuchungen des letzten halben Zirkels sind sehr beunruhigend, da vermehrt ein ‚Schatten‘ im limbischen Raum fluktuativ zu erkennen war. Dieser Schatten ist nach eingehender Analyse auf ein Wirken zurückzuführen, das nach dem Arcamun Interdictum in Partes Trigardonis, klar als dunkel anzusehen und somit als verbrecherisch zu erachten ist. Es handelt sich dabei en detail um eine starke Aura, die Licht aller Art verschlingt und sogar im totalen Dunkel des Sphärenraumes noch klar als ‚schwarz‘ zu erkennen ist. Sie scheint darüber hinaus durch ein Mirakel, also einem Wirken der Sieben geschützt zu sein. Da ich mich nicht darauf verstehe die Wege der Götter zu deuten, haben meine Untersuchungen an diesem Punkt ihr Endstadium erreicht und ich bitte um weitere Verfolgung dieses Geschehens durch den Orden der Siebenfaltigkeit.

II.Schwarzmagische Aktivität

Mir ist es eine Freude Euch berichten zu können, dass seit Einrichtung des Kommissariats nicht nur ein beachtlicher Rückgang des schwarzen Tun zu verzeichnen ist, sondern auch viele von mir befragte Magier freiwillig ‚fragwürdige‘ Schriften dem Kommissartat überließen, um nicht in Versuchung geführt zu werden. Auch ist es dem Kommissariat zu verdanken, dass trigardonische Lehrmeister nunmehr auf jegliche Sprüche, die dem Gebiet der Beherrschung zuzuordnen sind, aus ihren Lehrplänen gestrichen haben. Wohl aber werden geistig gefestigte Scholaren weiter in bestimmten Zaubern, die der Wahrheitsfindung dienen unterrichtet. In Ausnahmefällen wurde zu Forschungszwecken das Ausüben von anderen, nicht der Wahrheitsfindung dienlichen Zaubern erlaubt. Die Liste der Genehmigungen, nebst der Namen der Forscher können bei Bedarf nachgeliefert werden.

III. Verbreitung der von magischem Wissen

I.

Zwar ist das Kloster der Riasina traditionell die Hochburg trigardonischen Magiewesens, doch hat die Zeit gezeigt, das dieser ‚Ort des Wissens‘ sehr wenig zur direkten Ausbildung dieser Bruderschaft nicht zugehörender trigardonischer Magier beigetragen hat. Somit wird die Gründung einer Magierschule vorgeschlagen, welche sich nicht mit Schleiern bedeckt, als der oben genannte Hort von Wissen. Die Ausrichtung der neu zu errichtenden Schule soll weitestgehend alle Gebiete magischen Wissens abdecken, hauptsächliche jedoch Heilung, Kampf und Antimagie, unter Ausschluß jeglicher Wege, die das Arcanum Interdictum in Patres Trigardonis beinhaltet. Jedoch sollten ‚theoretische‘ Ansätze der ‚Schwarzmagie‘ gelehrt werden. Sollte diese Idee Anklang finden, lade ich zwecks genauer Ausarbeitung des Curriculums zu einer Besprechung ein.

II.

Im Rahmen der Sensibilisierung der Einwohner Trigardons, speziell seien hier Flutländer und Zwerge genannt, wird vorgeschlagen ein Programm zu erstellen, um die ‚neuen‘ Wege im Zuge der besseren Verständigung und dem Abbau von Vorurteilen, wie man sie aus der Vergangenheit kennt, besser zu verstehen.

III.

Desweiteren wird die Ausrichtung eines trigardonischen Konvents zur Schulung der Chirkater, Krieger und Priester vorgeschlagen. Man muss wissen, was man bekämpft und wie man ein Problem auch ohne den Einsatz von Stahl bewältigen kann, der, wie man schon oft bemerkt hat, nicht oft eine respektable Lösung darzustellen im Stande ist. Hierzu sind grobe Züge schon verschriftlicht worden und ‚ausländische Magier‘, ob ihrer Freundschaft zu Trigardon, unterrichtet worden. Die Idee empfing größtenteils eine sehr positive Resonanz. Die Negative Resonanz, nach der Ihr sicherlich auch fragen werdet, ist „unter vehementer Sonneneinstrahlung verdorrt“, wie man in meinem Volk sagt. Das Arkane Kommissariat schlägt somit einen „Tag der offenen Tür“ im freimagischen Kloster der RiaSina vor, wo Training, Vorträge etc. zum besseren Verständnis der magischen Welt gehalten werden sollen.

Ich hoffe, daß meine Worte von euch mir Freude aufgenommen werden und Ihr die Anliegen mit dem Respekt behandelt, den ich Euch auch entgegenbringe

Das gemeinsame Ziel vor Augen,

Per Zauberfichte Baum Grossmeistermagus, Waldmeister des Dunkelwald und Leiter des arkanen Kommissariats Trigardons